B.A.R.F.: Was ist das? Gibt es Vorteile?

B.A.R.F.: Die einen schwören darauf, die anderen können dem Barfen nichts abgewinnen.
Für viele ist die Ernährungsweise „Barfen“ ein Mysterium, das sehr viel Zeit beansprucht und das Mangelerscheinungen hervorrufen lässt.
Dass das ganze doch nicht so kompliziert ist, wie es anfangs scheint, werden wir euch hier in den folgenden Wochen und Monaten in verschiedensten Artikeln näher bringen.

Heute beginnen wir mit einer Grundlage: Was genau ist überhaupt dieses Barfen, das die Meinungen der Hundebesitzer so auseinander gehen lässt und gibt es tatsächlich Vorteile? Wie sieht es mit den Nachteilen aus – und gibt es solche tatsächlich?

B.A.R.F.: Wofür steht das?
Das Akronym B.A.R.F. steht für: Biologisch Artgerechte Roh Fütterung und orientiert sich am Fressverhalten von Wildhunden/Wölfen. Hundebesitzer ahmen dadurch das natürliche Nahrungsspektrum des Hundes nach, um eine möglichst gesunde und artgerechte Ernährung zu erreichen.

Vorteile:

 

Positive Auswirkungen der Rohfütterung ergeben sich vor allem aus Beobachtungen und Erfahrungen der HundebesitzerInnen selbst und können folglich zusammengefasst werden (vgl. Zimmermann 2013):

 

- Kein bzw. weniger Zahnstein

 

- Kein übler Hundegeruch

 

- Weniger Parasiten (Würmer, auch Zecken, Flöhe, etc.)

 

- Starkes/besseres Immunsystem

 

- Wesentlich kleinere Kotmengen

 

- Starke Bänder und Sehnen

 

- Bessere Muskulatur

 

- Erleichterung bei arthritischen Erkrankungen

 

- Weniger Wachstumsprobleme

 

- Risiko von Magendrehung drastisch reduziert

 

- Gesundes, schönes, glänzendes Fell

 

- Mehr Spaß am Fressen und Beschäftigung für den Hund

 

- Futterbestandteile bekannt, keine Konservierungsstoffe

 

 

Ein weiterer Vorteil ist die Verhinderung von Allergien: viele Allergien entstehen durch eine falsche Ernährung und nicht selten sind Juckreiz, Hautausschlage und Durchfall die Folgen. Sehr oft ist an diesen Allergien das Getreide schuld – dieses kann von einem Fleischfresser einfach nicht verarbeitet werden und eine Umstellung zu einer Fleischernährung kann den Hund wieder gesund machen!

 

Den Großteil dieser Vorteile können auch wir selbst bezeugen, als wir unsere Hündin Gipsy mit 2 Jahren von (hochwertigem) Fertigfutter auf Barfen umgestellt haben. Beispielsweise hatte sie seitdem, ohne Medikamente etc., nicht einmal mehr fünf Zecken, sie hat absolut keinen Hundegeruch, war noch nie krank, hat sehr schönes und glänzendes Fell, kleinere Kotmengen und am schönsten mitanzusehen: viel mehr Spaß am Fressen selbst.

 

Der aber größte Vorteil von uns selbst ist aber, dass wir wissen „was drin ist“ und dass sie ein abwechslungsreiches Futter hat – man stelle sich selbst einmal vor, dass wir jeden Tag nur eine Fertigdose Ravioli zum Essen haben würden – ob uns das noch schmecken würde, muss jeder für sich selbst beurteilen!

 

Übrigens: Barfen ist keine Wissenschaft und funktioniert, wenn man einige Grundregeln beachtet ganz einfach!

 

 

Nachteile:

 

Dass es auch zu Nachteilen beim BARFen kommen kann, möchten wir absolut nicht ungesagt lassen, obwohl zuerst anzuführen ist, dass es auch zu den negativen Auswirkungen der Rohfütterung noch keine langfristigen wissenschaftlichen Studien gibt.

 

Freeman (2001) nennt folgende Risiken:

 

- Nährstoffmängel und -überversorgung durch unausgewogene Rationen

 

- Übertragung von Krankheitserregern (Viren,  Bakterien,  Parasiten)  aus  dem  rohen Fleisch auf den Hund und/oder Hundehalter

 

- Verletzungen, Ileus, Obstipation durch Knochen

 

- Erkrankungen/Vergiftungen durch ungeeignete Futtermitte

 

Zu diesen Nachteilen zu sagen ist allerdings, dass diese Nachteile zum Großteil von dem Hundehalter selbst vorzubeugen ist, wie wir nachfolgend aufzeigen wollen:

 

Nährstoffmängel und -überversorgung durch unausgewogene Rationen:

 

Dass vor allem anfangs die richtige Dosierung nicht ganz so einfach ist, ist bestimmt nachvollziehbar, weswegen es sich wirklich empfiehlt einen Plan anzulegen, und den gegeben Falls auch noch einmal von einem Fachmann/Fachfrau nachprüfen zu lassen. Wir beispielsweise waren in Graz bei der ganzheitlichen Tierarztpraxis von Mag. Eva Fürnschuß und können sie uneingeschränkt weiterempfehlen. Durch solch eine Untersuchung kann es auch nicht zu einer falschen Ernährung kommen.

 

Übertragung von Krankheitserregern (Viren,  Bakterien,  Parasiten)  aus  dem  rohen Fleisch auf den Hund und/oder Hundehalter

 

Ein Problem stellen in diesem Fall vor allem Produkte dar, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, da sie weniger strengen Auflagen unterliegen. Wir empfehlen deswegen auch, sich das verwendete Fleisch/ die Fleischerei vorerst anzusehen, und nicht nach dem billigsten Produkt Ausschau zu halten, sondern das Fleisch dort zu beziehen, wo man selbst ein gutes Gefühl hat!

 

Verletzungen, Ileus, Obstipation durch Knochen

 

Beobachten Sie auf jeden Fall ihren Hund beim Fressen von großen Knochen, um Verletzungen zu verhindern.

 

Erkrankungen/Vergiftungen durch ungeeignete Futtermittel

 

Dieses Risiko kann von uns leider nicht ganz nachvollzogen werden, da der Hundehalter sich natürlich vorab darüber informieren muss, welche Nahrungsmittel (Weintrauben etc.) nicht für Hunde geeignet sind und nur das füttern sollte, was dem Hund gut tut. Welche Lebensmittel sehr gut geeignet sind, werden wir im nächsten Artikel: „Wie funktioniert’s?“ näher beschreiben und so können auch keine Missverständnisse entstehen.

 

 

In den beiden nächsten Artikeln gehen wir den Fragen nach: „B.A.R.F: Wie funktioniert’s?“ und „B.A.R.F.: Vorurteile - was stimmt davon?“.

 

Seid ihr selbst auch BARFer oder was stört euch an dem Ernährungskonzept? Wir würden uns über einige Kommentare sehr freuen!

 

 

Weiterführende Fachliteratur:

REEMAN, L. K. E. M. (2001): Evaluation of raw food diets for dogs. JAVMA 218, No.5

Zimmermann, Zimmermann: Umfrage zum Thema Rohfütterung „BARF“ unter Hundebesitzern in Österreich und Deutschland und rechnerische Überprüfung von BARF-Rationen. Diplomarbeit aus dem Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Wien 2013.

 

Links:

Das Thema B.A.R.F. aus medizinischer Perspektive unserer Tierärztin: http://naturheilpraxis-tiere.at/barf/

Vieles Rund um das Thema: http://www.barf-fuer-hunde.de/

Was ist B.A.R.F.? Dort beziehen wir unser Fleisch: http://www.foggis.at/barf/was-ist-barf.html

Auch hier werden Vor- und auch Nachteile sehr schön aufgearbeitet: : http://www.dogo-argentino.at/barfen-vorteile-und-nachteile-dieser-fuetterungsart-bei-hunden/



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